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Flugzeuggedanken

Manchmal, wenn ich in einem Flugzeug sitze, ganz egal ob ich gerade irgendwo hin fliege oder zurück komme, kreisen meine Gedanken. Wie das Flugzeug neigen sie sich mal zur einen und dann zur anderen Seite. Wenn ich die Wolken beobachte kommt mir immer alles so leicht vor. Über den Wolken sind Ideen viel einfacher in Taten umzuwandeln. Ist man dann jedoch wieder auf dem Boden angekommen, beginnen die Zweifel. Heute haben meine Gedanken die Zukunft als Zentrum. Was mache ich in meinem Leben, was möchte ich noch tun, wann und wie und wo... ich bin 24 und im ersten Semester meinEs Psychologie Studiums. Eigentlich weis ich, was ich gerne machen möchte. Studium beenden (möglichst gut, Perfektionismus und so), Therapeuten Ausbildung, Gestaltungstherapie. Ein schöner Lebensplan. Vor meinem Studium machte ich eine Ausbildung als Konditorin und arbeite eine Weile in dem Beruf. Dann ein wenig hier und ein wenig da gejobbt.. zwei Semester Pädagogik angefangen. Alles hat mich auf eine Art und weise weiter gebracht. Obwohl ich eigentlich genau weiß, wie es für mich weiter gehen soll, frage ich mich doch, ob das mein Leben sein soll. Ich möchte reisen. Am liebsten alle paar Jahre in ein neues Land ziehen, fremde Kulturen und Menschen kennen lernen. Alles kann ich mir vorstellen, Stewardess, Kellnerin, Rezeption in Hostels.. nur nicht sesshaft werden. Ist das dann überhaupt vereinbar mit meiner Planung? Muss ich nicht einen der Träume aufgeben, um dem anderen Raum zu schaffen? Manchmal möchte ich, dass mein Leben ewig so weiter geht, eine Ausbildung, ein Studium, wieder eine Ausbildung, ein Studium, immer mehr lernen und lernen aber nicht im Arbeitsalltag fest stecken. Ich kann mir eine Sophie im alltäglichen Trott nicht mehr vorstellen. Diese Person liegt so weit zurück und war nicht ich. Wenn ich so auf die Wolken vor meinem Fenster blicke, denke ich, es wäre so leicht. Abhauen. Neu anfangen, immer wieder etwas Neues. Andere schaffen es doch auch.Langsam neigt sich die Spitze des Flugzeuges dem Boden zu. Wir sind dabei, zu landen. Die Gedanken weichen einem dringenden Bedürfnis nach Kaffee. ‚Egal‘ -denke ich mir- ‚Zukunftssophie wird das schon regeln.‘

15.8.18 20:59, kommentieren

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Ich find mich eigentlich gut.

Vor einigen Tage trat eine junge Dame an mich heran und fragte mich auf liebreizenste Art, ob ich Lust hätte, an einem dieser Body Challenge Projekte teilzunehmen.

Hab ich das?
Nein. Verdammt noch mal, ich lerne gerade erst, mich so wie ich nun mal bin gern zu haben.

Ich bin nicht perfekt und sicherlich wird mich niemals jemand in Unterwäsche mit Engelsflügeln über einen Laufsteg laufen sehen, aber heißt das, dass mit meinem Körper etwas nicht stimmt?

Ich möchte mich mögen dürfen. Mit allem, was an mir dran ist. Ohne Angst davor zu haben, selbstverliebt zu wirken. Ohne den Ruf der Faulheit hinter mir zu hören. 

Wer nicht den stählernen Körper hat, der hat eben nicht die Disziplin?

Nein! Ich kann mich mit Sicherheit optisch verändern. Aber fühle ich mich dann besser? Mag ich mich dadurch automatisch mehr?
Ich denke nicht.

Für mich persönlich ist eine Änderung der Einstellung zu mir selbst im Vordergrund.

Aus den Erfahrungen meiner bisher sehr gestörten Beziehung zu meinem Körper heraus habe ich gelernt, dass die Neugestaltung der Verpackung mich nicht glücklich macht, wenn der Inhalt nicht stimmt.

Zu gern würde ich erleben, dass jemand eine 90-Tage-Lieb-Dich-Selbst-Challenge anbietet.
Warum lassen wir zu, dass die Optik uns so sehr beherrscht und vereinnahmt. Ist das Wohlbefinden nur noch an die 90-60-90 Regel gebunden?

Ich versuche mich selbst nur noch über meine Klugheit, meinen Umgang mit meinen Mitmenschen oder über meine verschiedenen Talente zu definieren, nicht mehr darüber, ob mich meine Beine im Spiegel heute an kleine Baumstämme erinnern oder was auch immer.

Hoffentlich kann ich in Zukunft meinen Körper verändern, weil ich es möchte, nicht weil ich hoffe, dass ich mich danach endlich mag.

xoxo

30.1.17 19:55, kommentieren